Respektlosigkeiten, Beleidigungen, sogar tätliche Angriffe gegen Schiedsrichter....

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    • Respektlosigkeiten, Beleidigungen, sogar tätliche Angriffe gegen Schiedsrichter....

      Handball-Verband Brandenburg schrieb:

      21.09.2019 um 08:05 Uhr
      +++ Respektlosigkeiten, Beleidigungen, sogar tätliche Angriffe gegen Schiedsrichter – in einer ganzen Reihe von Spielen gab es gleich zum Saisonstart Vorfälle, die überhaupt nichts im Handball zu suchen haben. Als Reaktion dieser Brandbrief des Schiedsrichterwarts Maik Beifuß +++

      Liebe Sportfreunde, die ersten Spieltage der neuen Saison zeigten uns, dass wir dringenden Nachholbedarf im Umgang mit unseren Schiedsrichtern haben. Die aktuellen Fälle zeigen, dass unsere Schiedsrichter als das notwendige Übel angesehen werden. Ich persönlich habe mein Amt nicht angetreten, um dabei tatenlos zuzusehen wie unsere geliebte Sportart „Handball“ abdriftet. Daher sehe ich mich gezwungen hier zu reagieren.

      Es kann nicht sein, dass sich Schiedsrichter über das gesamte Spiel gegenüber Spielern, Trainern und weiteren Verantwortlichen für ihre Entscheidungen rechtfertigen müssen. Auch Diskussionen nach dem Spiel über einzelne Entscheidungen sind vollkommen überflüssig. Jeder sollte sich doch auf seine Kernkompetenz beschränken. Das heißt konkret, dass Spieler spielen, Trainer coachen und Schiedsrichter ein Spiel leiten sollten. Ich habe noch keinen Schiedsrichter gesehen, der einen Spieler beschimpft, weil er einen Pass nicht fängt oder das Tor nicht trifft. Die Mannschaften und Trainer akzeptieren eigene Fehler in der Mannschaft, je nach Leistungsniveau.

      Von den Schiedsrichtern wird jedoch 100%ige Leistung erwartet. Aber wie auch bei den Mannschaften, gibt es verschiedene Leistungsklassen und am Ende sind auch Schiedsrichter nur Menschen, die auch mal einen oder mehrere Fehler machen. Dennoch nehmen Spieler oder Trainer sich heraus den Schiedsrichter zu degradieren. Wohin soll das führen?

      Erfahrene Schiedsrichter hängen die Pfeife an den Nagel mit der Begründung, dass Sie sich den Stress mit den Vereinen und das ständige Genörgel nicht mehr antun wollen. Wir haben dadurch in den letzten Jahren mindestens 3 Top- Gespanne verloren. Zudem ist zu beobachten, dass gerade die Vereine die ihr Soll bezüglich der zu meldenden Schiedsrichter und deren Ausbildung nicht nachkommen, immer vorn dabei sind, wenn es Vorfälle gibt.

      Die Vorfälle in jüngster Zeit sind jedoch der absolute Tiefpunkt. Wenn Schiedsrichter bedroht, beleidigt oder gar angefasst werden, hört der Spaß auf. Sportfreund Thomas Range und meine Person sind uns einig, dass wir drastischere Maßnahmen ergreifen müssen. Daher werden wir allen Schiedsrichtern die Anweisung geben, wesentlich sensibler mit dem Verhalten ihnen gegenüber umzugehen.

      Das heißt im Konkreten: - jedes kommentieren/ unsportliches Verhalten wird umgehend progressiv bestraft
      - wiederholtes unsportliches Verhalten wird im Spielprotokoll vermerkt
      - Unsportlichkeiten außerhalb des Spiels werden per schriftlichen Bericht an den Schiedsrichter-Ausschuss gesandt.

      Zudem werden momentan mit der Technischen Kommission Gespräche geführt, um die Strafen für ein solches Verhalten drastisch zu verschärfen. Viele werden das jetzt wieder nicht verstehen. Ich behaupte, dies sind genau jene Vereine und Sportfreunde, die solche Situationen verursachen. Aber wie oben schon geschrieben, führe ich nicht dieses Amt aus, um einfach nur zuzuschauen. Jedem der konstruktive Vorschläge hat, biete ich die Mitarbeit im Schiedsrichter-Ausschuss an und jedem dem dies nicht genug ist, biete ich an, beim nächsten Verbandstag (2020) ohne meine Gegenkandidatur anzutreten.



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      Quelle:facebook.com/hvbrandenburg.de/posts/926089114431022